Bieterverfahren Ablauf – Schritt für Schritt zum erfolgreichen Verkauf
Ein Bieterverfahren ist ein strukturierter Verkaufsprozess für Immobilien. Hier erfahren Sie, wie der Ablauf funktioniert und worauf Sie achten müssen.
Der Ablauf gilt für Online-Bieterverfahren bzw. digitale Bieterverfahren genauso wie für klassische Verfahren – mit dem Unterschied, dass digital alles automatisch dokumentiert wird. Mehr zur Bieterverfahren Plattform.
Die 5 Phasen eines Bieterverfahrens
Kaufgebot.de / .at / .ch — Kaufgebote vor dem Verfahren sammeln
Schwesterplattform für die strukturierte Entgegennahme erster Kaufgebote in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sobald mehrere nahe beieinander liegende Gebote eingehen oder die Nachfrage groß genug ist, schiebt man das Objekt mit einem Klick als strukturiertes Bieterverfahren zu Bieterverfahren.App — Bieter werden automatisch übernommen.
Vorbereitung
- Immobilie bewerten
- Unterlagen zusammenstellen
- Verfahrensregeln definieren
Vermarktung
- Exposé erstellen
- Auf Portalen inserieren
- Interessenten einladen
Durchführung
- Gebote sammeln
- Finanzierung prüfen
- Überblick behalten
Auswertung
- Gebote vergleichen
- Report erstellen
- Verkäufer informieren
Abschluss
- Käufer auswählen
- Notartermin vereinbaren
- Kaufvertrag beurkunden
Wie lange dauert ein Bieterverfahren?
Ein strukturiertes Bieterverfahren ist deutlich planbarer als ein klassischer Festpreisverkauf, der sich über Monate hinziehen kann. Von der ersten Vorbereitung bis zur notariellen Beurkundung sollten Sie mit einem Gesamtzeitraum von rund vier bis acht Wochen rechnen. Den Kern bildet eine klar terminierte Bieterphase von meist 7 bis 14 Tagen, in der alle Interessenten innerhalb desselben Zeitfensters ihre Kaufpreisangebote abgeben. Diese feste Frist erzeugt die nötige Verbindlichkeit und Transparenz, ohne den Verkauf künstlich in die Länge zu ziehen.
Die folgende Übersicht zeigt die typischen Phasen eines Bieterverfahrens und ihre ungefähre Dauer. Die konkreten Zeiträume hängen von Objektart, Vorbereitungsstand der Unterlagen und der Nachfragelage am Standort ab und sind daher als Orientierung zu verstehen.
Ein wichtiger Hinweis zur Bieterphase: Das Anti-Sniping-Feature verlängert die Frist automatisch um einige Minuten, wenn kurz vor Ablauf noch ein Gebot eingeht. So entsteht für alle Bieter ein faires Zeitfenster und niemand wird durch ein Last-Minute-Gebot überrumpelt. Da jedes Gebot als bindendes Kaufpreisangebot nach §145 BGB abgegeben wird, ist die saubere zeitliche Dokumentation im gerichtsfesten Bietbuch von Anfang an gewährleistet.
| Phase | Dauer | Was passiert |
|---|---|---|
| Vorbereitung & Bewertung | 1-2 Wochen | Unterlagen zusammenstellen (Grundbuchauszug, Energieausweis, Grundrisse), Objektbewertung, Festlegung des Mindestgebots und der Verfahrensregeln. |
| Vermarktung | 1-2 Wochen | Exposé und Inserate veröffentlichen, Anfragen bündeln, Besichtigungen (idealerweise als Sammeltermin) durchführen. |
| Bieterphase | 7-14 Tage | Interessenten geben innerhalb der festen Frist ihre Gebote ab; Anti-Sniping-Verlängerung und ggf. Finanzierungsnachweis ab Schwellenwert sichern Fairness und Ernsthaftigkeit. |
| Auswertung & Entscheidung | wenige Tage | Verkäufer sichtet die Gebote im Bietbuch und wählt frei aus - er ist NICHT an das Höchstgebot gebunden (keine Versteigerung nach §156 BGB). |
| Notartermin & Beurkundung | 2-4 Wochen | Kaufvertragsentwurf, notarielle Beurkundung nach §311b BGB; erst hier wird der Kaufvertrag rechtswirksam. |
Was kostet ein Bieterverfahren? - Überblick der Nebenkosten
Bei den Kosten eines Bieterverfahrens müssen zwei Ebenen klar getrennt werden: die Software-Kosten für die Durchführung des Verfahrens auf der einen Seite und die klassischen Transaktionskosten eines jeden Immobilienverkaufs auf der anderen. Letztere fallen unabhängig von der Verkaufsmethode an - ob Festpreis, Verhandlung oder Bieterverfahren. Die Software-Kosten sind dabei mit Abstand der kleinste Posten und ersetzen keinen der gesetzlich vorgegebenen Transaktionskosten.
Die nachstehende Tabelle ordnet die typischen Kostenpunkte ein. Die Prozentangaben sind branchenübliche Spannen und dienen der Orientierung; die genaue Höhe ergibt sich im Einzelfall aus dem Kaufpreis, dem Bundesland und der konkreten Vertragsgestaltung.
Entscheidend ist die Einordnung: Die Software für das Bieterverfahren verursacht einmalig ab 249 EUR oder ab 99 EUR pro Monat - ein Bruchteil dessen, was Notar, Grunderwerbsteuer und gegebenenfalls Maklerprovision ausmachen. Während Grunderwerbsteuer und Notarkosten gesetzlich festgelegt sind (das GNotKG regelt bundeseinheitlich die Notargebühren, das jeweilige Landesrecht den Grunderwerbsteuersatz) und sich nicht verhandeln lassen, ist das Bieterverfahren genau der Hebel, mit dem sich auf der Erlösseite ein spürbarer Unterschied erzielen lässt.
| Kostenpunkt | typische Höhe | wer zahlt |
|---|---|---|
| Bieterverfahren-Software | ab 249 EUR einmalig / ab 99 EUR pro Monat | Verkäufer bzw. Makler (nicht Teil der Transaktionskosten) |
| Notar- & Grundbuchkosten | ca. 1,5-2 % des Kaufpreises (nach GNotKG) | in der Praxis überwiegend der Käufer |
| Grunderwerbsteuer | 3,5-6,5 % des Kaufpreises je nach Bundesland | Käufer |
| Maklerprovision (falls Makler beauftragt) | marktüblich bis ca. 7,14 % inkl. USt. | bei Wohnungen/Einfamilienhäusern für Verbraucher zwingend in gleicher Höhe geteilt, sofern ein Makler für beide Seiten tätig wird (§656c BGB) |
Software-Kosten vs. Mehrerlös
Die wirtschaftliche Logik eines Bieterverfahrens lässt sich an einer einfachen Rechnung festmachen. Erfahrungsgemäß liegt der typische Mehrerlös gegenüber einem Festpreisverkauf bei rund +8 bis +18 % - bei einer Immobilie im mittleren Preissegment entspricht das schnell einem Plus von mehreren tausend bis zehntausend Euro. Schon ein einziger Mehrerlös in der Größenordnung von 5.000 bis 10.000 EUR deckt die Kosten für ein komplettes Jahresabo der Software um ein Vielfaches.
Anders gesagt: Die Software-Kosten sind kein laufender Kostenblock im klassischen Sinne, sondern eine Investition, die sich bereits durch das Mehrgebot eines einzigen Verkaufs amortisiert. Selbst wenn ein Verfahren einmal nur am unteren Ende der Mehrerlös-Spanne landet, steht der Software-Aufwand in keinem Verhältnis zum erzielten Vorteil. Diese ROI-Logik ist der Grund, warum sich das strukturierte, transparente Bieterverfahren gerade für Makler und private Verkäufer rechnet, die mehrere Objekte über das Jahr begleiten - hier verteilt sich der ohnehin geringe Software-Aufwand auf jeden weiteren Verkauf zusätzlich.
Häufige Fragen zum Ablauf
Bieterverfahren einfach durchführen
Mit Bieterverfahren.App automatisieren Sie den gesamten Ablauf. Setup in 10 Minuten.